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Hier erhalten Sie weiterführende Informationen zu den einzelnen bei Qualiservice archivierten Studien.
 

Fischer, Martin et al.: E-Prom: Einfluss der Promotionsphase auf die Karriere von Nachwuchswissenschaftler*innen

Studieninformation

Titel: Einfluss der Promotionsphase auf die Karriere von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern in den Lebenswissenschaften

Zusatzinformationen: E-Prom, Studie 2, Verbundprojekt

Forschende: Fischer, Martin R.; Epstein, Nurit; Pfeiffer, Mona

Erhebungszeitraum: 2014 - 2016

Forschungsinstitution: Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Technischen Universität München, Universität zu Köln

Abstract:

Thema: Die qualitative Interviewstudie befasst sich schwerpunktmäßig mit der Promotionsphase und dem beruflichen Einstig von Promovierten der Medizin und Lebenswissenschaften. Von besonderem Interesse sind das wissenschaftliche (Karriere-)Interesse und die wissenschaftliche Kompetenzentwicklung während der Promotionsphase. Weitere Themenschwerpunkte sind die Motive zur Aufnahme der Promotion, wissenschaftliches Interesse und Kompetenzen vor der Promotion, die Betreuung der Promotion, die Strukturierung der Promotionsphase, der subjektiv empfundene Erfolg der Promotion, der berufliche Einstieg, berufliche Zufriedenheit und in der Zukunft liegende berufliche Zieleder Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein weiteres Ziel der Studie war es berufliche Wechsel in die Wissenschaft und aus der Wissenschaft nachzuvollziehen. Ebenso war ein Vergleich von Promovierten der Medizin mit Promovierten anderer Lebenswissenschaften von Interesse, aufgrund des geringeren Forschungsinteresse das häufig der Medizin unterstellt wird.     

Methoden: Zunächst wurden vier Probeinterviews mit fortgeschrittenen Medizindoktoranden durchgeführt (Rekrutierung über persönliche Kontakte), diese wurden in die Studie aufgenommen (die Leitfäden änderten sich nach der Durchführung der Probeinterviews nicht). Die übrigen Interviewpartner/innen wurden über eine vorgeschaltete quantitative Befragung rekrutiert. Hier wurde auf eine ausgewogene Verteilung von Lebenswissenschaftler/innen und Mediziner/innen geachtet, sowie auf eine ausgewogene Verteilung an Personen die hohes bzw. niedriges wissenschaftliches (Karriere)-Interesse äußerten. Um Wechsel in die Wissenschaft und aus der Wissenschaft nachzuvollziehen wurden in 2016 nochmals sechs Probanden befragt, die einen beruflichen Wechsel hinter sich hatten, an einen solchen dachten oder weiterhin fokussiert auf die akademische Laufbahn waren. Insgesamt wurden 34 Personen interviewt.

Aufgrund der bereits vorliegenden Forschungsergebnisse aus der quantitativen Studie des E-Prom Projekts und anderen Studien, wurden Leitfadeninterviews durchgeführt. Diese wurden im Weiteren inhaltsanalytisch ausgewertet.

Forschungsergebnisse: Aufgrund der Fülle der Fragestellungen und Ergebnisse der Studie soll hier nur ein kurzer Einblick gegeben werden: Zum einen zeigten sich Unterschiede zwischen Lebenswissenschaftler/innen und Mediziner/innen in vielerlei Hinsicht, so zum Beispiel Vorwissen im wissenschaftlichen Arbeiten, Motivation, Eigenständigkeit beim Arbeiten der Dissertation. Im Weiteren zeigten sich das wissenschaftliche Interesse vor der Promotion, die Betreuung als auch die Rahmenbedingungen einer wissenschaftliche Karriere als maßgebliche Faktoren für das Aufnehmen einer wissenschaftlichen Tätigkeit nach der Promotion, sowie für die Intention auch langfristig in der Wissenschaft zu verbleiben.

 

Gaupp, Nora: Wege in Ausbildung und Ausbildungslosigkeit

Studieninformation

Titel: Wege in Ausbildung und Arbeitslosigkeit. Bedingungen gelingender und misslingender Übergänge in Ausbildung von Jugendlichen mit Hauptschulbildung

Forschende: Gaupp, Nora

Erhebungszeitraum: 2011 - 2011

Forschungsinstitution: Deutsches Jugendinstitut München

Abstract:

Jugendliche und junge Erwachsene haben eine Reihe von Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, wie den Auszug aus dem Elternhaus, den Aufbau einer Partnerschaft, ökonomische Selbständigkeit oder Schritte der Identitätsentwicklung. Für die Jugendphase zentral ist zudem der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Übergangswege haben sich dabei in den letzten Jahrzehnten zeitlich ausgedehnt, individualisiert und de-standardisiert und wurden, gemessen an der Möglichkeit verschiedener Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen und an der Zahl zu treffender Übergangsentscheidungen, zunehmend komplexer und anspruchsvoller.

Die vorliegende Studie fragt nach dem Beitrag „weicher“ Faktoren für das Gelingen aber auch Misslingen von Übergängen in Ausbildung: Welche Personen sind für den Verlauf der Übergangsbiografien junger Erwachsener bedeutsam? Sind Übergangsbiographien eher Ergebnis aktiver Gestaltung durch die jungen Erwachsenen oder eher Ergebnis von Gelegenheiten und Zufällen? Welche Rolle spielt Motivation für den Verlauf von Übergangsbiographien? Welchen Einfluss haben kritische biographische Ereignisse? Und schließlich: Welche Hinweise geben die Ergebnisse auf Fördermöglichkeiten von Übergängen in der pädagogischen Praxis?

Dazu wurden mit Jugendlichen aus dem DJI-Übergangspanel (quantitatives prospektives Panel mit Jugendlichen mit Hauptschulbildung beginnend im letzten Schuljahr mit insgesamt 9 Erhebungswellen) qualitative Interviews geführt.

Geissler, Birgit et al.: Lebensplanung junger Frauen (SFB 186, B2)

Studieninformation

Titel: Lebensplanung junger Frauen. Neue Optionen und alte Normalität

Zusatzinformationen: Sfb 186 – Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf, Projekt B2

Forschende: Geissler, Birgit; Oechsle, Mechtild

Erhebungszeitraum: 1989-1990

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Abstract:

In dieser Einzelstudie wurde bei Frauen im jungen Erwachsenenalter (20 bis 30 Jahre), die sich im Übergang in das Erwerbssystem und zugleich in die Partnerbeziehung und Familiengründung befinden, untersucht, wie sie im Kontext der normativen und institutionellen Erwartungen und vor dem Hintergrund der Arbeitsmarktlage ihre aktuelle Lebenssituation gestalten, ihre Interessen und biographischen Ziele formulieren und Bewältigungs- und Handlungsstrategien entwickeln.

Die vorliegenden Studien über weibliche Erwerbstätigkeit lassen die Frage unbeantwortet, unter welchen Bedingungen junge Frauen eine Lebensplanung entwickeln und welche Bedeutung dies für die Gestaltung der Statuspassage in das Erwerbsleben hat. Für die Studie sind Frauen mit Berufsausbildung (keine Hochschulabsolventinnen) ausgewählt worden, die in regulärer bzw. in verschiedenen Formen prekärer Beschäftigung stehen.

Es wurden zwischen 1989 und 1992 qualitative Leitfadeninterviews mit jungen Frauen mit zwei- bzw. dreijähriger Berufsausbildung, unterschiedlichen Ausbildungswegen (duales System, Vollzeitschule oder Ausbildungsmaßnahme - ohne Hochschulabsolventinnen) und verschiedenen Formen prekärer (2/3) und regulärer (1/3) Beschäftigung durchgeführt.

Heinz, Walter R.; Krüger, Helga: Berufsfindung und Arbeitsmarkt

Studieninformationen

Titel: Berufsfindung und Arbeitsmarkt

Projektleitung: Heinz, Walter R.; Krüger, Helga

Erhebungszeitraum: 1979 - 1982

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Heinz, Walter R.; Krüger, Helga (für die letzte Welle): Statuspassagen in die Erwerbstätigkeit (SFB 186, A1)

Studieninformationen

Titel: Statuspassagen in die Erwerbstätigkeit. Differenzierungsprozesse von Berufsbiographien bei der Integration in das Beschäftigungssystem (Statuspassagen an der „zweiten Schwelle“ II)

Zusatzinformationen: Sfb 186 – Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf, Projekt A1

Projektleitung: Heinz, Walter R.; Krüger, Helga

Erhebungszeitraum: 1. Welle 1989/90, 2. Welle 1992, 3. Welle 1994/95

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Abstract:

Das Projekt richtete sich auf die gesamte Statuspassage von der Berufsfindung über die Berufsausbildung bis in die ersten Jahre im Beschäftigungssystem. In einer quantitativen und qualitativen Längsschnittstudie wurden junge Fachkräfte aus sechs ausgewählten Berufen (Bankkaufleute, Bürokaufleute, Maschinenschlosser, Kfz-Mechaniker, Friseurinnen und Einzelhandelskaufleute) in zwei unterschiedlich strukturierten Arbeitsmarktregionen (Bremen und München) untersucht. Besonderes Interesse galt dabei der Frage, wie die Erfahrungen mit den regionalen Chancenstrukturen zum Zeitpunkt der Berufsentscheidung und Lehrstellensuche Mitte der 80er Jahre und der Arbeitsmarktentspannung in den darauf folgenden Ausbildungs- und Berufsjahren auf den Verlauf des Berufsstarts einwirken und welche Konsequenzen für berufliches Handeln hieraus gezogen werden.

Es wurden Ausbildungsabsolventen/-absolventinnen des Jahres 1989 kurz vor Ende der Ausbildung sowie ein Jahr danach über die bisherigen Stationen ihres Bildungs- und Berufsverlaufs befragt. In der letzten Projektphase wurde die Befragung thematisch auf die Verknüpfung mit den Passagen in Partnerschaft und Familie ausgedehnt. Eine auf Basis der quantitativen Längsschnittstudie erstellte Typologie bildete die Grundlage für die Auswahl der Jugendlichen, mit denen dreimalig problemzentrierte Interviews durchgeführt wurden. Im Mittelpunkt der Interviews standen Fragen nach Stabilität bzw. Veränderung der Arbeitsorientierungen, Beschäftigungsinteressen und Strategien der Bewältigung der regional und nach Ausbildungsberuf unterschiedlich ausgeprägten Übergangsrisiken.

Heitmeyer, Wilhelm et al.: Conflicts of Norms and Violence

Studieninformationen

Titel: Conflicts of Norms and Violence. Descriptions and Explanations of the Situation and Behavior of Juvenile Emigrants from the Former Soviet Union (FSU) in Germany and Israel

Zusatzinformationen: Forschungskonsortium "Migration und gesellschaftliche Integration", Project 3

Forschende: Heitmeyer, Wilhelm; Zvi Eisikovits; Fishman, Gideon; Mesch, Gustavo; Strob, Rainerl; Zdun, Steffen; Koren, Chaya; Davidov, Jonathan; Hüttermann, Jörg; Kühnel, Wolfgang; Aruin, Sergej

Erhebungszeitraum: 2006 - 2007

Forschungsinstitution: Universität Bielefeld

Abstract:

Based in a comparative design this study examines factors which might cause violent and delinquent behavior or resilience against this in two populations: ethnic Germans from the former Soviet Union (FSU) who have migrated to Germany (Aussiedler) and young Jews from the FSU in Israel. The study considered firstly the socialization in the FSU concerning norms, violence, and the set of normative values as a cultural inheritance with which the immigrants arrived to the new society and which might have been the initial guideline for the newcomers. Secondly, the study addresses the chances of integration in the new social surroundings of school, labor market, and so on. Thirdly, the role of peers and family in the process of increasing or decreasing norm conflicts and violence is examined. The central assumption had been that only a small number of immigrants would regard delinquency in general and violence in particular as an acceptable way to act, however, such behavior when it occurs, might obstruct social integration. As an alternative the researchers saw high-risk integration in sub-cultural milieus with a high probability of developing a deviant “career”.

Jagodzinski, Wolfgang et al.: Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten

Studieninformationen

Titel: Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten - eine Machbarkeitsstudie

Forschende: Jagodzinski, Wolfgang; Schumann, Karl F.; Witzel, Andreas

Erhebungszeitraum: 2005

Forschungsinstitution: GESIS, Universität Bremen

Abstract:

Qualiservice beruht auf den Erkenntnissen der 2003-2005 vom Archiv für Lebenslaufforschung (ALLF) in Kooperation mit dem Datenarchiv des GESIS Leibnitz-Instituts für Sozialwissenschaften bundesweit durchgeführten und DFG-finanzierten Machbarkeitsstudie zur "Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten".

Ausgangslage war die Feststellung, dass im Unterschied zu anderen Ländern, wie z.B. Großbritannien mit dem ESDS Qualidata, in Deutschland kaum qualitative sozialwissenschaftliche Daten archiviert und weiterverwendet werden. Dies steht:  

  • im Kontrast zum Bedeutungszuwachs qualitativer Forschungsmethoden in vielen Forschungsgebieten
  • im Kontrast dazu, dass viele wichtige qualitative Daten (z.B. aufgrund von nicht vorhandenen Lagermöglichkeiten umfangreicher Datensammlungen in Papierform) verloren gehen
  • im Kontrast zu den vereinfachten Möglichkeiten der Datenspeicherung und Datennutzung durch die Digitalisierung der Daten

Der drohende Verlust von sekundär nutzbaren qualitativen Daten ist für sich schon ein zentraler Anlass für einen raschen Ausbau qualitativer Archive und Datenservicezentren. Darüber hinaus müssen sich zukünftige Infrastrukturen für Forschungsdaten mit ihren Dienstleistungsfunktionen an den Erwartungen der Forschenden orientieren, die qualitative Daten potenziell übergeben bzw. nutzen.

Ziele und Arbeitsprogramm der Machbarkeitsstudie:

  • Bestandsaufnahme qualitativ ausgerichteter sozialwissenschaftlicher Forschungsprojekte der letzten 20 Jahre in Deutschland (beschränkt auf qualitative Interviewdaten)
  • Ermittlung der Bereitschaft zur Archivierung bzw. Nutzungsüberlassung qualitativer Daten
  • Einschätzung des Analysepotentials qualitativer Daten für Sekundär- und Vergleichsanalysen
  • Befragung zu bisherigen Erfahrungen mit Sekundäranalysen eigener oder fremder Daten
  • Befragung zur potenziellen Nutzung eines (bundesweiten) Archivs für qualitative Daten in Forschung und Lehre
  • Entwicklung einer auf den Befragungsergebnissen aufbauenden Konzeption für ein nationales Archiv qualitativer Daten
Krüger, Helga et al.: Statussequenzen von Frauen zwischen Erwerbsarbeit und Familie (SFB 186, B1)

Studieninformationen

Titel: Statussequenzen von Frauen zwischen Erwerbsarbeit und Familie

Zusatzinformationen: Sfb 186 – Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf, Projekt B1

Forschende: Krüger, Helga; Born, Claudia

Erhebungszeitraum: 1989, 1991, 1994

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Abstract:

Phase 1: Der für Frauen gesellschaftlich normierte Lebensentwurf strukturiert sich durch die sequenzielle Verknüpfung von Berufs- und Familientätigkeit. Normative Konzepte weiblicher Lebensgestaltung finden entsprechend durchgängig ihren Ausdruck in Phasenmodellen, in denen die Erwerbs- und Familienrollen gesellschaftlich gerahmt werden. Phasenmodelle lassen sich empirisch als wiederholte Passagen in die Erwerbsarbeit fassen. Diese unterliegen jedoch seit ihrer Herausbildung deutlich Veränderungen und Verschiebungen. Neue Untersuchungen zeigen, dass die realisierten Lebensmuster zunehmend weniger den normativ vorgegebenen Sequenzierungen folgen; Frauen, vor allem junge Frauen, versuchen, dem Nacheinander von Beruf und Familie die gleichzeitige Vereinbarung entgegenzusetzen. In diesem Projekt werden die Verarbeitungsmuster durch Familienphasen unterbrochener Statuspassagen in den Arbeitsmarkt bei Frauen untersucht, die – während ihrer Erwerbsbiographie – mit Veränderungen normativer weiblicher Lebensentwürfe konfrontiert waren. Es handelt sich um Frauen, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges über eine Lehre für unterschiedliche Arbeitsmarktsegmente qualifiziert wurden und heute aufgrund ihres kalendarischen Lebensalters potentiell oder faktisch am Ende ihrer Erwerbsbiographie stehen. Sie gehören zu der ersten Frauengeneration, für die das von Myrdal/Klein formulierte Drei-Phasen-Modell (Berufsarbeit vor und nach der Familienphase) Realität erlangt hat, während zur Zeit ihrer beruflichen Erstausbildung noch das Zwei-Phasen-Modell galt, das Erwerbstätigkeit lediglich als Zwischenstadium zwischen Schulende und Familiengründung definierte.

Phase 2: Die bisher geleistete Projektarbeit analysierte Normalisierungsprozesse von Widersprüchen zwischen realer und normativ geltender Sequenzmustergestaltung zwischen Erwerbsarbeit und Familie im Lebenslauf bei heute im Verrentungsalter stehenden Frauen. Das Fortsetzungsprojekt bezieht die Ehepartner in die Analyse mit ein und fragt danach, wie über nicht normkonforme Gestaltungen von Statussequenzen zwischen Erwerbsarbeit und Familie bei den Frauen zwischen den Ehepartnern traditionale Wissensbestände aufgelöst werden und neue Orientierungen auf Familie und Beruf entstehen.

Veränderungen in den Statusrollenkonfigurationen (Levy) bezüglich der Erwerbs- und Familienbeteiligungen im weiblichen Lebenslauf beinhalten für den männlichen das Risiko und die Chance zugleich, sich mit tradierten Normalitätsunterstellungen auseinanderzusetzen. Die bisher vorliegenden Projektergebnisse belegen, dass die Statuspassagen der Frauen bei biographisch sehr unterschiedlich angeordneten Unterbrechungen wesentlich von Berufsdynamiken des erlernten Erstberufs abhängen, erst sekundär von Familienereignissen wie Heirat, Kinderzahl und -alter, Großmutterschaft. Aus der anglo-amerikanischen Literatur allerdings ist bekannt, dass der Erwerbsverlauf der Ehefrau im Familienkontext an "family-squeezes" bzw. an den Strukturverlauf der männlichen Erwerbsarbeit gebunden ist. Die Strukturfragestellung des Projektes gilt deshalb zunächst der Überprüfung, ob die im Vorläuferprojekt belegte Berufstypik der Verlaufsmuster des weiblichen Erwerbsarbeitsverlaufs eine typisch deutsche Besonderheit ist, die auf der Basis kontinuierlicher Erwerbsverläufe der Ehepartner zum Tragen kommt oder nicht. Darüber hinaus gilt es, über themenzentrierte Interviews die Verarbeitungsmuster der Männer bezüglich der Erwerbs- und Familienpassagen ihrer Ehefrauen zu sondieren, innerfamiliale Verschiebungen zwischen Familien- und Erwerbsrollenkomplementarität/-kontingenz zu eruieren und die Bilanzierung des Lebensverlaufs im Vergleich zwischen beiden Partnern hinsichtlich neuer Normalitätsentwürfe mit Blick auf die Lebensführung der Kinder, Schwiegertöchter/ Schwiegersöhne zu analysieren.

Phase 3: Das beantragte Fortsetzungsprojekt fragt nach Prozessen des familialen Wandels und tut dies anhand der Sequenzmuster von Familien- und Erwerbsarbeit der heute rund 35- bis 40jährigen Kinder jener Ehepaare, deren Familien- und Erwerbsverlauf in den beiden Vorläuferprojekten analysiert wurde. Das neue Sample ist unter zwei Perspektiven interessant:

  1. Als Altersgruppe gehört es biographisch zu den ersten Nutznießern der Bildungsexpansion. Jene wird als Auslöser für das sich verschiebende Heiratsalter, zurückgehende Geburtenziffern und zunehmende weibliche Erwerbsarbeit interpretiert; doch verdeckt der empirisch quantitativ konstatierte Zusammenhang möglicherweise tiefgreifende Umorientierungen im Spannungsverhältnis von individueller Lebensführung und klassischen Familienmustern.
  2. Als Töchter/Söhne mittels der in den Vorläuferprojekten erprobten Verfahren erfasst, ergibt sich durch die Verknüpfung der Datensets die Chance, das sehr komplexe Geschehen familialen Wandels nicht nur in seiner Abhängigkeit von institutionalen Ereignissen, sondern auch von Familientraditionen zu analysieren.

These ist, dass die Labilisierung familialer Lebensformen auf asynchronen Modernisierungsprozessen zwischen den Geschlechtern und den Generationen basiert. In den beiden Vorläuferprojekten deutet sich bereits die Entstehung eines Modernisierungs-'Gaps' zwischen den Geschlechtern an. Gefragt wird, wieweit der bei den Älteren ausgehandelte Konsens als generationentypisch gelten kann bzw. wieweit sich die Modernisierungsdifferenzierung zwischen den Geschlechtern intergenerational vergrößert oder auf der Basis innerfamilialer Erfahrungen in neue Gestaltungsformen eines eigenen Familienlebens überführt wird.

 

Lempert, Wolfgang et al.: Moral im Beruf

Studieninformationen

Titel: Moral im Beruf

Forschende: Lempert, Wolfgang; Corsten, Michael; Müller, Irene; Saretzki, Nicola; Herma, Holger; Konrad, Martina; Hochleitner, Nicole; Klepel, Jörg; Köhler, Margret; Schreiber, Frank

Erhebungszeitraum: 1992 - 1993

Forschungsinstitution: Max Planck Institut für Bildungsforschung Berlin

Abstract:

In der explorativen Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung wurden die Zusammenhänge zwischen Moral und Beruf bzw. zwischen Moral und Betrieb am Beispiel von zwei konstrastierenden gewerblich-technischen Berufen (Chemielaboranten/Chemielaborantinnen und Köche/Köchinnen) empirisch untersucht. Im Einzelnen sollte zum einen die Relation zwischen berufsmoralischen Denkstrukturen einzelner gelernter Erwerbstätiger und den berufsmoralischen Lernchancen an Ausbildungs- und Arbeitsstätten in den ausgewählten Berufen erforscht werden. Zum anderen interessierte die Rekonstruktion individueller moralischer Entwicklungsprozesse im Verlauf der persönlichen Berufsbiographie. Zur Erforschung dieser Zusammenhänge wurden in einer Hauptuntersuchung 31 erwerbstätige Lehrabsolventen der zwei Berufe im Alter zwischen 25 und 35 Jahren jeweils zwei Mal befragt. Dabei handelte es sich um halb-standardisierte Leitfaden-gestützte Interviews, die zum einen die gegenwärtige Arbeitssituation der Untersuchungspersonen und zum anderen ihren beruflichen Werdegang und ihre Meinung zu zwei berufsbezogenen Konflikten erfragten. Darüber hinaus wurden mit ungefähr der Hälfte der interviewten Personen Arbeitsbeobachtungen durchgeführt. Des Weiteren wurden Gespräche mit betrieblichen und überbetrieblichen Experten aus den zwei Berufen geführt. Anhand des generierten Datenmaterials konnten vielfältige Erkenntnisse gewonnen werden, die in unterschiedlichen Publikationen ausgeleuchtet werden.

Lessenich, Stephan et al.: Vom „verdienten Ruhestand“ zum „Alterskraftunternehmer“?

Studieninformationen

Titel: Vom „verdienten Ruhestand“ zum „Alterskraftunternehmer“? Bilder und Praktiken des Alter(n)s in der aktivgesellschaftlichen Transformation des deutschen Sozialstaats nach der Vereinigung

Zusatzinformationen: Sfb 580 –Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch, Projekt C9

Forschende: Lessenich, Stephan; Van Dyk, Silke; Denninger, Tina; Richter, Anna

Erhebungszeitraum: 2010 - 2011

Forschungsinstitution: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Abstract:

Das Projekt untersuchte den gesellschaftlichen (Be-)Deutungswandel des „dritten Lebensalters“ im Zeichen des demographischen und wohlfahrtsstaatlichen Wandels nach 1989/90. Das Projekt ging von der Annahme aus, dass der gegenwärtig sich vollziehende Umbau des Sozialstaats in „aktivierender“ Absicht auch das „dritte Lebensalter“ mit neuartigen programmatischen und institutionellen Anforderungen konfrontiert. Anhand einer Dispositivanalyse wurde deshalb einerseits untersucht, inwieweit und in welcher Weise „das Alter“ im öffentlichen Raum mit neuen gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen von Aktivität und Produktivität verbunden wird. Andererseits wurde auf der Grundlage von Interviews im Ost-West-Vergleich erforscht, ob und inwiefern die Subjekte entsprechende Altersbilder in ihren Selbstdeutungen und Alltagspraktiken aufnehmen, reflektieren und verarbeiten. Die Selbstbeschreibungen der Subjekte werden dabei einerseits im Hinblick auf ihre Korrespondenz mit dem analysierten Altersdispositiv untersucht, andererseits mit den nach Aktivitäts-dimensionen differenzierten, effektiven Tätigkeitsmustern der Befragten kontrastiert, die standardisiert erhoben wurden. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht somit die Frage nach der sozialen Akzeptanz bzw. nach dem –möglichen und tatsächlichen – gesellschaftlichen „Erfolg“ der vermuteten Neuverhandlung des dritten Lebensalters.

Rabe-Kleberg, Ursula et al.: Unvollendete Statuspassagen zwischen Studium und Beruf (SFB 186, B3)

Studieninformationen

Titel: Unvollendete Statuspassagen zwischen Studium und Beruf. Auf dem Weg zu neuartigen Beschäftigungsverhältnissen in sozialen Berufen

Zusatzinformationen: Sfb 186 – Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf, Projekt B3

Forschende: Rabe-Kleberg, Ursula; Nagel, Ulrike

Erhebungszeitraum: 1989 - 1992

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Schuman, Karl F. et al.: Ausbildung, Beruf und Delinquenz (SFB 186, A3)

Studieninformationen

Titel: Ausbildung, Beruf und Delinquenz. Selektionsprozesse im Berufsbildungssystem und abweichendes Verhalten

Zusatzinformationen: Sfb 186 – Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf, Projekt A3

Forschende: Schuman, Karl F.; Schalk-Gerken, Klaus; Gerken, Jutta; Seus, Lydia; Mariak, Volker; Dietz, Gerhard U.; Matt, Eduard; Ehret, Beate; Prein, Gerald

Erhebungszeitraum: 1. Welle (1989), 2. Welle (1990), 3. Welle (1992), 5. Welle (1994), 5. Welle (1997), in 1990/91 zusätzliche Experteninterviews

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Abstract:

Zwischen 1989 und 2001 wurden im Projekt A3 des Sfb 186 anhand qualitativer und quantitativer Methoden untersucht, welche Probleme sich beim Eintritt in das Berufsbildungssystem für die Jugendlichen mit geringem schulischen Erfolg in Abhängigkeit zu bestehender oder nicht bestehender Kriminalisierung ergeben, und wie sich die Art des jeweiligen Einstiegs in Berufsbildung/Erwerbstätigkeit im weiteren Verlauf der beruflichen Bildung auf die Statuspassage in den Beruf auswirkt. Besonderes Interesse galt dabei den Verarbeitungsmustern, die Jugendliche angesichts verminderter Ausbildungsmarktchancen auf dem Hintergrund von Misserfolgserlebnissen während der Allgemeinbildungsphase entwickeln. Es handelt sich dabei um eine prospektive Längsschnittstudie von Abgängerinnen und Abgängern aus Haupt- und Sonderschulen des Jahres 1989. Innerhalb der Projektlaufzeit entstanden sowohl 5 quantitative Wellen als auch 5 qualitative Wellen.

Zusätzlich zu der prospektiven Längsschnittstudie wurden 1990/91 ebenfalls mittels problemzentrierter Experteninterviews 21 betriebliche Ausbilder/innen des dualen Systems, 12 Lehrkräfte der berufsbezogenen teilzeitschulischen Ausbildung, 6 Berufserzieher/innen in betrieblichen Einrichtungen des Ausbildungsvorbereitungs- bzw. Berufsgrundbildungsjahres befragt.

Weymann, Ansgar et al.: Berufsverläufe im Sozialen Wandel (SFB 186, A4)

Studieninformationen

Titel: Berufsverläufe im Sozialen Wandel

Zusatzinformationen: Sfb 186 – Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf, Projekt A4

Forschende: Weymann, Ansgar; Wingens, Matthias

Erhebungszeitraum: 1. Welle (1993), 2. Welle (1995)

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Abstract:

Hierbei handelt es sich um eine Längsschnittstudie zu beruflichen Verläufen von Akademikern und Absolventen einer beruflichen Lehre, die ihren Qualifikationsabschluss in den Jahren 1985 und 1990 in den neuen Bundesländern erworben haben. Im Zentrum des theoretischen Interesses stehen Prozesse der Destabilisierung und Restabilisierung beruflicher Verläufe und der Gestaltung berufsbiographischer (Dis)Kontinuität. Der Zusammenbruch der DDR stellt hier im Sinne eines massiven Periodeneffekts einen "Testfall für die Generalisierbarkeit berufseintrittsbedingter Kohorteneffekte" dar. Der Periodeneffekt des gesellschaftlichen Umbruchs traf die Kohorte 1990 während der beruflichen Erstplatzierung, die Kohorte 1985 hingegen nach einer stabilen ersten Berufsphase, d.h. der historische Periodeneffekt versetzte beide Kohorten in eine Risikolage, jedoch nur die erste während einer besonders folgenreichen biographischen Statuspassage.

Es wurden zunächst biographische Interviews durchgeführt, um einen genaueren Einblick in subjektive Handlungsoptionen und Rationalisierungen sowie die Bedeutung sozialer Netzwerke zu erhalten. Weiterhin wurde eine repräsentative Life-Event Analyse durchgeführt, die die Berufskarrieren der beiden Absolventenkohorten als Längsschnittdaten erfasst.

Zoll, Rainer et al.: Arbeitslose und Gewerkschaft

Studieninformationen

Titel: Arbeitslose und Gewerkschaft

Forschende: Zoll, Rainer et al.

Erhebungszeitraum: 1985 - 1990

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Zoll, Rainer et al.: Gewerkschaften in der Wirtschaftskrise

Studieninformationen

Titel: Gewerkschaften in der Wirtschaftskrise

Forschende: Zoll, Rainer et al.

Erhebungszeitraum: 1991 - 1993

Forschungsinstitution: Universität Bremen

Zoll, Rainer et al.: Krise der Gewerkschaften

Studieninformationen

Titel: Krise der Gewerkschaften

Forschende: Zoll, Rainer et al.

Erhebungszeitraum: 1992 - 1993

Forschungsinstitution: Universität Bremen