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Neue Datensätze mit Expert:inneninterviews zu außenpolitischen Einstellungen deutscher und US-amerikanischer Eliten (AEDEUS) jetzt verfügbar
Zwei eng miteinander verbundene Datensätze aus dem AEDEUS-Forschungskontext sind jetzt im Qualiservice-Katalog verfügbar. Sie bieten außergewöhnlich reichhaltige qualitative Forschungsdaten zu außenpolitischen Einstellungen deutscher und US-amerikanischer Eliten:
Die Datensätze „Außenpolitische Einstellungen deutscher Eliten“ (AEDE) und „Foreign Policy Attitudes of US-American Elites“ (AEUS), erhoben von Prof. Kurthen – damals Grand Valley State University in Allendale, Michigan (USA) -, umfassen insgesamt 109 leitfadengestützte Expert:inneninterviews. Sie gelangten als wissenschaftlicher Nachlass von Prof. Kurthen zu Qualiservice und wurden im Rahmen des Fachinformationsdienstes Politikwissenschaft (Pollux) als sogenannte „Use Studies“ archiviert und aufbereitet. Damit wird dieser besondere Datenschatz der wissenschaftlichen Nachnutzung in Forschung und Lehre zugänglich gemacht.
Der AEDE-Datensatz (https://doi.org/10.1594/PANGAEA.972522) umfasst 72 deutschsprachige Expert:inneninterviews, die 2011 in Berlin durchgeführt wurden. Befragt wurden außenpolitische Expert:innen und exponierte Entscheidungsträger:innen aus der Exekutive, dem Bundestag, aus Think Tanks, Medien und der Wissenschaft. Inhaltlich befassen sich die Interviews insbesondere mit außenpolitischen Einstellungen im Kontext der Libyenkrise 2011. Aufgrund der hohen Sensibilität einzelner Interviews sind 22 Transkripte ausschließlich für die OnSite-Nutzung verfügbar. Der AEUS-Datensatz (https://doi.org/10.1594/PANGAEA.972523) besteht aus 37 englischsprachigen Expert:inneninterviews, die 2017 in Washington, D.C. geführt wurden. Untersucht werden die Reaktionen US-amerikanischer Eliten auf die Infragestellung zentraler Elemente der internationalen Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg zu Beginn der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump. Drei Interviews sind aus Sensibilitätsgründen nur für die OnSite-Nutzung zugänglich. Neben transatlantischen Beziehungen behandeln beide Datensätze auch Einstellungen zu militärischer Zurückhaltung, globalen politischen Trends, Bündnissolidarität, Multilateralismus, sowie die Rolle von Werten und Normen in außenpolitischen Entscheidungsprozessen.
Beide Datensätze werden durch umfangreiche Kontextmaterialien ergänzt, darunter auch der Interviewleitfaden und das Anonymisierungskonzept, sowie ein detaillierter Studienreport, der die Datenerhebung, -aufbereitung und -kuration rekonstruiert. Da sich die ursprünglichen, von Prof. Kurthen durchgeführten Auswertungen vor allem auf inhaltlich zusammenfassende Memos stützten, bieten diese Forschungsdaten ein umfangreiches Potenzial für Nachnutzungen mit transkriptfokussierten, kodierbasierten oder rekonstruktiven qualitativen Methoden, etwa der Grounded Theory oder der Dokumentarischen Methode.
Die Interviews stellen eine wertvolle Ressource für Forschung in den Bereichen Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen, transatlantische Studien, Elitenforschung, politische Soziologie sowie zeitgeschichtliche Forschung dar. Über außenpolitische Positionen hinaus ermöglichen sie auch Einblicke in konkrete politische Praxis, insbesondere durch Interviews mit aktuellen und ehemaligen hochrangigen politischen Entscheidungsträger:innen. Insgesamt kann die empirische Datengrundlage von AEDEUS vielfältige neue Forschungsperspektiven eröffnen.
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