Neuer Datensatz mit Interviews über Visionen und Best Practices für die digitale Transformation: Visionäre Handlungsorientierungen für die Technikgestaltung in der gewerkschaftlichen Praxis

Im Qualiservice-Katalog ist ein neuer Datensatz ab sofort unter https://doi.pangaea.de/10.1594/PANGAEA.983306  verfügbar.
 

Es handelt sich um 37 Transkripte qualitativer Interviews aus der durch die Hans-Böckler-Stiftung im Forschungsverbund Digitale Transformation geförderten Studie zu Visionen und Best Practices für die betriebliche Technikgestaltung, die von Linda Nierling, Felix Gnisa und Philipp Frey vom Institut für Technikfolgenabschätzung (ITAS) von Januar 2022 bis Juni 2025 durchgeführt wurde. 

Das Projekt untersucht Praktiken und Modelle demokratischer, beschäftigtenorientierter Technikpolitik in Betrieben, um sie für die gewerkschaftliche Praxis nutzbar zu machen.  

Der Erhebungsverlauf umfasste zwei Phasen. Im ersten Jahr wurden besonders avancierte Praktiken demokratischer Technikgestaltung in Genossenschaften und industrieller Alternativbewegung untersucht. Im zweiten Projektjahr wurden deutsche Gewerkschaften und Betriebsräte befragt, die für ihre Betriebe gut ausgebaute Instrumente zur Mitbestimmung über die Digitalisierung entwickelt hatten. Insgesamt wurden 54 problemzentrierte Interviews in 20 Fällen geführt. 

Auf Grundlage dieser empirischen Befunde werden Stakeholdern konkrete Handlungsstrategien aufgezeigt. Dabei sollen die erschlossenen Best Practices als Zukunftsvorstellungen für einen beschäftigten-orientierten technologischen Wandel dienen. Eine zentrale Frage des Forschungsprojekts ist, wie sich gewerkschaftliche Werte wie Solidarität oder Demokratie am Arbeitsplatz über die Formulierung von Zukünften in Innovationen darstellen und kommunizieren lassen. Zielsetzung des Vorhabens war es, durch die Orientierung an visionären Beispielen, die die (potentielle) Gestaltbarkeit von Technik illustrieren, Strategien zu entwickeln, die darauf ausgerichtet sind, mögliche Technikfeindlichkeit bzw. Zukunftsunsicherheit zu adressieren und letztlich in den Belegschaften Zuversicht und Befähigung für die kollektive Gestaltung des digitalen Wandels zu schaffen. 

 

Die anonymisierten Transkripte dieser 37 Interviews stehen ab sofort für die wissenschaftliche Sekundärnutzung als Scientific Use File sowie als Campus Use File für die akademische Lehre zur Verfügung. Der Datensatz besitzt vielfältige Nachnutzungspotenziale, insbesondere für Untersuchungen zur digitalen Transformation, zur betrieblichen Technikpolitik und gewerkschaftlichen Praxis. Diese Forschungsdaten könnten für Fragestellungen in der Arbeits- und Techniksoziologie, der Soziologie industrieller Beziehungen und Konflikte, der Organisationspsychologie, der Beforschung sozialer Innovationen und kooperativer Wirtschaftsformen sowie für Lehrzwecke im Bereich der Digitalisierung und der Arbeitswelt von Interesse sein. 

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