News & Events
Neuer Datensatz mit Einzelinterviews und Familiengesprächen zu Religiosität in Ostdeutschland
Im Qualiservice-Katalog ist ein neuer Datensatz ab sofort unter https://doi.pangaea.de/10.1594/PANGAEA.986888 verfügbar.
Es handelt sich um Transkripte qualitativer Einzel- und Familieninterviews aus der DFG- geförderten Studie „Religiosität in Ostdeutschland – Familiale Kontexte von Tradierung, Abbruch und Neukonstitution“ (https://religiositaet-in-ostdeutschland.theologie.uni-halle.de/), die von Hagen Findeis an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von April 2022 bis September 2027 durchgeführt wurde bzw. wird.
Das Projekt untersucht, wie religiöse Wertorientierungen und christliche Glaubenspraxis in ostdeutschen Familien über mindestens drei Generationen hinweg weitergegeben und verändert werden. Im Zentrum steht die Rekonstruktion familialer Sozialisation und Tradierungsprozesse in einem gesellschaftlichen Umfeld, das durch starke Säkularisierung geprägt ist. Dafür wurden 15 Dreigenerationenfamilien aus unterschiedlichen sozialen und weltanschaulich-konfessionellen Kontexten in Ostdeutschland ausgewählt. Die Studie kombiniert qualitative Einzelinterviews mit Vertreter:innen jeder Familiengeneration und moderierte Familiengespräche, in denen Fotos des Familienalltags als Ausgangspunkt für den intergenerationellen Austausch dienen. Ziel des Projekts war es, die Bedingungen, Dynamiken und Herausforderungen religiöser Sozialisation in ostdeutschen Familien umfassend zu rekonstruieren und damit einen Beitrag zum Verständnis von Religiosität in säkularen Gesellschaften zu leisten.
Die anonymisierten Transkripte von 34 Einzelinterviews mit Familienangehörigen sowie von 10 Familiengesprächen stehen für die wissenschaftliche Sekundärnutzung in der Forschung und akademischen Lehre zur Verfügung. Der Datensatz besitzt vielfältige Nachnutzungspotenziale für sozialwissenschaftliche Forschungen zur politischen Kultur in Ostdeutschland und entsprechende komparative Untersuchungen, z.B. Ost-West-Vergleiche konfessioneller Kulturen oder auch nichtreligiöser Weltsichten. Inhaltliche Bezüge bieten sich auch in die Familienforschung (Doing Family) sowie zu Forschungen im Spannungsfeld von Religion und Säkularisierung.