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Neuer Panel-Datensatz mit qualitativen Interviews zu Ankunft und Perspektiven von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland verfügbar
Im Qualiservice-Katalog ist ein neuer Datensatz ab sofort unter https://doi.org/10.1594/PANGAEA.973109 verfügbar.
Insgesamt 78 Transkripte von leitfadengestützten Interviews mit ukrainischen Geflüchteten stehen ab sofort für die wissenschaftliche Sekundärnutzung zur Verfügung. Die Transkripte entstanden im Rahmen der vom BMFSFJ geförderten qualitativen Panel-Studienprojekte „Unterstützung und Integration von Geflüchteten aus der Ukraine: Perspektiven der Betroffenen” und „Geflüchtete Familien aus der Ukraine“, die Prof. Dr. Magdalena Nowicka, Dr. Nora Ratzmann und Dr. Katarina Mozetič vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) von 2022 bis 2024 in Berlin und München durchführten.
Die Projekte untersuchen subjektive Perspektiven von ukrainischen Geflüchteten und ihre Ankommensprozesse in Deutschland. Die Befragten wurden dabei über den Zeitraum von 1,5 Jahren hinweg in bis zu fünf Wellen interviewt. Während die ersten 4 Wellen in einem Zeitabstand von ungefähr zwei Monaten von September 2022 bis März 2023 erfolgten, entstand die fünfte Welle etwa ein Jahr nach dem letzten Interview, also im Zeitraum Februar bis April 2024. Dabei standen Fragen der Unterbringung, nach dem Familienleben und Caretätigkeiten, Erwerbstätigkeit und Interaktionen mit deutschen Behörden im Vordergrund. Dadurch ermöglicht der Datensatz tiefe Einblicke in die Gefühlswelt und Hürden von geflüchteten Ukrainer:innen nach ihrer Ankunft in Deutschland in einer Längsschnittperspektive.
Alle interviewten Personen waren zum Zeitpunkt des Interviews volljährig. Für vierzehn Fälle sind Interviews aus allen fünf Wellen verfügbar, hiervon entfallen jeweils sieben Fälle auf Berlin und München. Von einem weiteren Fall aus München sind vier Wellen verfügbar und aus Berlin stehen noch drei Fälle mit ein bis zwei teilgenommen Wellen für die Nachnutzung zur Verfügung. Die Interviews wurden entweder in Ukrainisch oder auf Russisch geführt und im Anschluss in Englisch übersetzt, sodass alle Interviews in englischer Sprache mit teilweise ukrainisch/russischen Anmerkungen vorliegen.
Die anonymisierten Transkripte dieser Interviews stehen ab sofort für die wissenschaftliche Sekundärnutzung in Forschung und akademischer Lehre zur Verfügung. Der Datensatz bietet Nachnutzungspotenziale insbesondere für die Migrationsforschung wie auch die Regionalforschung. Da die allermeisten Befragten Kinder im Kindergarten und Schulalter haben, können auch Fragestellungen der Bildungsforschung bearbeitet werden. Zudem sind Fragen zur Rolle und Auswirkung von sozialpolitischen Entscheidungen, zu innerfamiliären Aushandlungsprozessen sowie zum Thema Erwerbstätigkeit und Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten untersuchbar.
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