Profil

Das vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) akkreditierte Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert und stellt qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Unsere vielfältigen Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung Ihrer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Datensätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.

Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Die Beschwerdestelle des RatSWD vermittelt zwischen Datennutzenden und den vom RatSWD akkreditierten Forschungsdatenzentren (FDZ). Sie greift als letzte Instanz ein, wenn es Probleme bei der Datenbereitstellung gibt, um die Qualität der Forschungsdateninfrastruktur zu gewährleisten. Qualiservice fühlt sich den DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship sowie die OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding.

 

Zur Historie von QUALISERVICE

 

  • Qualiservice ist der Nachfolger des Archiv für Lebenslaufforschung (ALLF), welches aus dem an der Universität Bremen angesiedelten Sonderforschungsbereich 186 Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf hervorging. 
  • Das ALLF führte gemeinsam mit dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften von 2003-2005 eine von der DFG finanzierte Machbarkeitsstudie durch. Diese untersuchte die Angebots- und Nachfrageseite für ein Datenservicezentrum für qualitatative Interviewdaten (Medjedocvić 2001, Opitz & Mauer 2005) und bildet die konzeptionelle Grundlage für Qualiservice (Medjedocvić und Witzel 2010). 
  • Von 2011 bis 2014 entwickelte Qualiservice, gefördert von der DFG, in enger Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Community Workflows für die Archivierung und Bereitstellung qualitativer sozialwissenschaftlicher Daten. 

  • 2015 übernahm Betina Hollstein, Professorin für Qualitative Methoden und Mikrosoziologie an der Universität Bremen, die Leitung von Qualiservice und integrierte das FDZ in das SOCIUM Forschungszentrum für Ungleichheit und Sozialpolitik.
  • Seit 2018 fördert die DFG die Implementierung des FDZs als bundesweites Forschungsdatenzentrum für themenungebundene qualitative sozialwissenschaftliche Daten.

  • Seit Februar 2019 ist Qualiservice Bestandteil des Fachinformationsdienstes für Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) der Humboldt-Universität zu Berlin. Diese weitere DFG-Förderung dient der Erweiterung der Services auf ethnographische Daten wie z.B. Audio- und Videodaten, Social-Media-Daten oder Feldnotizen.

  • Seit 2019 arbeitet Qualiservice zusammen mit weiteren 10 Partnern an der Erstellung von Domain-Data-Protocols (DDPs) - öffentlichen und referenzierbaren Musterprotokollen, die die datenspezifische Organisation von Forschungsdaten in der empirischen Bildungsforschung erleichtern sollen. Das Projekt DDP-Bildung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
  • Seit Juni 2019 ist Qualiservice vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) akkreditiertes wissenschaftliches Forschungsdatenzentrum. Die Monitoringkommission des RatSWD überwacht die Qualität aller akkreditieren FDZ.

 

Partner und Arbeitsgruppen

  • SOCIUM - Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen
    Die zentrale Geschäftsführung von Qualiservice steuert von hier aus alle Services wie die Beratung und Begleitung von Forschungsprozessen, Datenübergaben, Vereinbarungen zur Nutzung, die Kommunikation mit der Scientific Community und die Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern. Das Safe Center, in dem übernommene Forschungsmaterialien unter sicheren Bedingungen aufbereitet bspw. auf eine ausreichende Anonymisierung hin untersucht werden, ist ebenfalls im SOCIUM angesiedelt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können an einem Gastarbeitsplatz mit einer gesonderten Nutzungsvereinbarung in weniger anonymisierten Daten forschen. In der zentralen Geschäftsstelle werden auch rechtliche Regelungen und forschungsethische Überlegungen mit der Praxis der Datenarchivierung und Sekundärnutzung abgeglichen und umgesetzt.
     
  • PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum
    Seit 1993 archiviert und publiziert PANGAEA Forschungsdaten und prägte in internationalen Kooperationen den weltweiten Aufbau der dafür erforderlichen Infrastrukturen. Ursprünglich aus der Umwelt- und Klimaforschung kommend, arbeitet PANGAEA mittlerweile interdisziplinär und erweitert fortlaufend seine Workflows. Gerade für die Archivierung und Bereitstellung qualitativer und sensibler Daten passte PANGAEA seine langjährig entwickelten und bewährten Abläufe an die Anforderungen von Qualiservice an. PANGAEA ist Mitglied des International Council for Science World Data System (ICSU-WDS) sowie zertifiziertes und akkreditiertes World Data Center (WDC). PANGAEA stellt Metadaten international für verschiedene Metadatenschemata zur Verfügung. Die weitgehende Interoperabilität der archivierten Datenbestände, die PANGAEA ermöglicht, zeigt sich zudem im "cross-linking" zwischen Literatur und Daten. So ermöglicht z.B. der unter maßgeblicher Beteiligung von PANGAEA aufgebaute Dienst SCHOLIX den Verlagen die Referenzierung von Daten, die mit Zeitschriftenaufsätzen verbunden sind.
     
  • Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB)
    Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB) bringt ihr Expertenwissen für die Generierung und Weiterentwicklung aussagekräftiger Metadaten speziell für qualitative Forschungsdaten (Betancort-Cabrera & Haake  2014) ein und publiziert die datenschutzrechtlich unproblematischen Studienreports - Kontextinformationen zu den archivierten Forschungsdaten.
     
  • Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin/Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie
    In Kooperation mit dem FID SKA werden Workflows für die Archivierung und Bereitstellung ethnographischer Forschungsdaten erarbeitet und an methodischen und forschungsethischen Anforderungen (Imeri 2018) ausgerichtet. Die Entwicklung eines disziplinspezifischen Forschungsdatenmanagements und Diskussionen über die Nachnutzbarkeit und Kontextualisierung verschiedener ethnographischer Datensorten werden im Austausch mit den Forschenden der ethnologischen Community vorangetrieben.
     

Team

SOCIUM - Research Center on Inequality and Social Policy

Prof. Dr. Betina Hollstein (Leitung Qualiservice)
Telefon: +49 421 218 58512
E-Mail: betina.hollstein(at)uni-bremen.de
Web:

Dr. Jan-Ocko Heuer
Telefon: +49 421 218-57053
E-Mail: jheuer(at)uni-bremen.de
Web:

Dr. Elisabeth Huber
Telefon: +49 421 218-57085
E-Mail: ehuber(at)uni-bremen.de
Web:

Susanne Kretzer

Telefon: +49 421 218-58616
E-Mail: skretzer(at)uni-bremen.de
Web:

Dr. Kati Mozygemba
Telefon: +49 421 218-57052
E-Mail: k.mozygemba(at)uni-bremen.de
Web:

Studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Rebecca Bügener
E-Mail: rbgener(at)uni-bremen.de

Serena Pongratz
E-Mail: ser_pon(at)uni-bremen.de

Tamara Priemel
E-Mail: priemel(at)uni-bremen.de

Hendrik Scheer
E-Mail: scheer(at)uni-bremen.de

Nadja Willy
E-Mail: nwilly(at)uni-bremen.de

PANGAEA - Data Publisher for Earth & Environmental Science

Dr. Michael Diepenbroek (Leitung PANGAEA)
Telefon: +49 421 218-65590
E-Mail: mdiepenbroek(at)marum.de
Web:

Uwe Schindler
Telefon: +49 421 218-65595
E-Mail: uschindler(at)pangaea.de
Web:

Wienke Strathern
Telefon: +49 89 907793 204
E-Mail: wienke.strathern(at)uni-bremen.de
Web:

Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Stefan Brachat
Web:

Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB)

Maria Elisabeth Müller (Direktorin der SuUB)
Telefon: +49 421 218-59400
E-Mail: direktion(at)suub.uni-bremen.de
Web:

Noemi Betancort
Telefon: +49 421 218-59592
E-Mail: noemi.betancort(at)suub.uni-bremen.de
Web:

Dr. Martin Blenkle
Telefon: +49 421 218-59410
E-Mail: blenkle(at)suub.uni-bremen.de
Web:

Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Dr. Andreas Degkwitz (Direktor der Universitätsbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin)
Telefon: +49 30 2093-99300
E-Mail: andreas.degkwitz(at)ub.hu-berlin.de
Web:

Matthias Harbeck
Telefon: +49 30 2093-99223
E-Mail: matthias.harbeck(at)ub.hu-berlin.de
Web:

Dr. des. Sabine Imeri
Telefon: +49 30 2093-99240
E-Mail: sabine.imeri.1(at)ub.hu-berlin.de
Web:

Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS)

Prof. Dr. Alexia Katsanidou
Telefon: +49 221 47694 490
E-Mail: alexia.katsanidou(at)gesis.org
Web:

Oliver Watteler
Telefon: +49 221 47694 418
E-Mail: oliver.watteler(at)gesis.org
Web:

Wissenschaftlicher Beirat

Louise Corti
University of Essex, UK Data Service ESDS (Associate Director), functional areas of Collections Development and Producer Relations of QUALIDATA (Head).
Web:

Prof. Dr. Hansjörg Dilger
Universitätsprofessor für Sozial- und Kulturanthropologie, Forschungsdekan des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften sowie Geschäftsführender Direktor und Leiter der Arbeitsstelle Medical Anthropology des Instituts für Sozial-und Kulturanthropologie, Freie Universität Berlin.
Web:

Dr. Grit Laudel
Wissenschaftssoziologin am Institut für Soziologie, Technische Universität Berlin.
Web:

Prof. Dr. Günter Mey
Professor an der University of Applied Sciences Magdeburg-Stendal, Leiter des "Institut für Qualitative Forschung" in der Internationalen Akademie Berlin, Herausgeber von "Forum Qualitative Sozialforschung/Forum: Qualitative Social Research" und Organisator der "Berliner Methodentreffen Qualitative Forschung"; zudem Mitbegründer des "Social Science Open Access Repository" (SSOAR).
Web:

Dr. Herwig Reiter
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Dauerbeobachtung und Methoden, Deutsches Jugendinstitut München, zuständig für die Beratung und Fortbildung in qualitativen Methoden.
Web:

Prof. Dr. Margrit Schreier
Professor of Empirical Methods in the Humanities and Social Sciences Psychology and Methods, Bremen International Graduate School of Social Sciences/BIGSSS; Jacobs University Bremen.
Web:

Ass. Jur. Heidi Schuster
Datenschutzbeauftragte der Max-Planck-Gesellschaft, AG Datenschutz des RatSWD.
Web:

Prof. Dr. Jörg Strübing
Professor für Soziologie, Schwerpunkt Qualitative Methoden und Methodologien, Universität Tübingen, RatSWD (ständ. Gast), Sprecher der Sektion Methoden der qualitativen Sozialforschung in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) (2008-2012), Mitglied im Konzil der DGS, Beirat des FDZ eLabour.
Web:

Prof. Dr. Hella von Unger
Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt "Qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung", Ludwig-Maximilians-Universität München.
Web: